AJOURSTICKEREI
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Die Ajourstickerei ist eine Art der Weißstickerei. Die Spitzenwirkung entsteht dadurch, dass man die Gewebefäden mitverschiedenen Stickstichen zusammenzieht. Frühe Beispiele der Ajourstickerei kennt man aus dem Orient, aus Griechenland und der Türkei. Die prunkvollenSeidenstickereien wurden mit einfarbigem Garn auf zartem Stoff gearbeitet.

Im 18. Jahrhundert erlebte diese Stickerei in Deutschland und Dänemark ihren Höhepunkt. Typisch dafür waren die auf feinstem Batist gearbeiteten Stickereien. Die Muster bestanden aus stilisierten Blumen– und Blattmotiven häufig von Rokokoarabesken unterbrochen. Schultertücher, Taufkleider und Kinderkleidung wurden mit Ajourstickerei verziert.

Die vielen Sticharten, die in der Ajourstickerei vorkommen, sind als Zierstiche aus der „gezählten“ Leinenstickerei bekannt. Für Ajourstickerei nimmt man locker gewebtes Leinen, sogenanntes Siebleinen und Käsleinen. Je lockerer der Grundstoff gewebt ist, um so besser gelingt der Ajoureffekt. Die Stärke des Stickfadens sollte etwas feiner als der Gewebefaden sein. Durch gleichmäßig straffes Anziehen des Stickfadens werden die Gewebefäden zusammengedrängt, zwischen den Stichen bilden sich Lücken – es entsteht ein Durchbruch ohne Fadenauszug. Da aber, um den gewünschten Effekt zu erzielen, der Stickfaden Stich für Stich gleichmäßig gestrafft werden muß, sollte grundsätzlich im Rahmen gestickt werden.