BILDSTICKEREI
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Das „Malen mit der Nadel“ ist seit der Antike ein Stück Kulturgeschichte der Menschheit. Nicht nur im Besticken von Kleidung, Prunkgewändern kirchlicher und weltlicher Fürsten bis zur Haute Couture haben sich Textilkünstler und -künstlerinnen verwirklicht – es spiegelt sich die Stickkunst auch in Bildern und großen Wandteppichen.
Im 20. Jahrhundert gab es eine Renaissance, ausgehend von den Klöstern Wettenhausen (Sr. Constanzia Österreicher) und St. Ursula in Augsburg, wo eine große Künstlerin, Sr. Regina Holzhauser mit überdimensionalen Teppichen Berühmtheit erlangte. Sr. Regina starb hochbetagt 2001 etwas resigniert über den mangelnden Nachwuchs und so wurde auch ihre Augsburger Klosterstickerei geschlossen.
Beide Klosterfrauen orientierten sich zunächst, nach dem Krieg 1945, am Teppich von Bayeux (1066 angefertigt in einer englischen Manufaktur) indem sie hauptsächlich mit Spannstich und Klosterstich, sowie dem „Anlegen von Japangold“ arbeiteten. Der Stil: zuerst mittelalterlich, später immer abstrakter werdend. Die Farben: pastell – Leinengarn wurde selbst hergestellt und eingefärbt – leider war das auch der Grund für das Ausbleichen der kostbaren Stücke. Hergestellt wurden vorwiegend Meßgewänder und kirchliche Paramente.
1951 begann Anemone Schneck–Steidl, fasziniert von der Stickkunst Wettenhausens dort eine Lehre, die durch ein darauffolgendes Kunststudium in München bei Prof. Richard Seewald und anschließender Meisterprüfung im Sticken vervollständigt wurde.
Es folgten Jahre erfolgreicher Tätigkeit. Frau Schneck-Steidl fertigte allein 42 große Teppiche im öffentlichen Raum (Kunst am Bau).
Sie bevorzugt kräftige, harmonische Farben und lichtbeständige Schweizer Leinengarne. Zurückgeholt wurde die sog. „Nadelmalerei“ - Collagen erhöhten die Plastizität der Werke. Die Themen wurden profan – teilweise gestellt vom Auftraggeber, passend zu Ort und Bestimmung. Persönlich aber neigt die Künstlerin zu klassischen, antiken zeitlosen Themen.
Heute ist Anemone Schneck–Steidl 71 Jahre alt und hat einen Kreis begeisterter Stickerinnen (aus allen Berufen) um sich, die sich persönlich entfalten können.
Die Themen werden immer fröhlicher:
„Reich und schön“ - Blumen und Landschaften und eben auch:
„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“