BILDWEBEN
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Die Kunst, dekorative Wandteppiche zu weben, ist eine der ältesten Formen der bildenden Kunst. Sie war in frühen Kulturen wie der babylonischen, persischen, ägyptischen und indischen ebenso verbreitet wie im alten Griechenland, wo Bildteppiche die Wände des Pantheon schmückten, im vorkolumbianischen Peru und bei den Navajo – Indianern.
In allen Epochen und in vielen Kulturen wurden prächtige Tapisserien hergestellt.Die geheimnisvollen Teppiche mit dem Titel DIE DAME MIT DEM EINHORN, ausgestellt im Musee de Cluny in Paris, zeigen die Kunstfertigkeit der Teppichweber vor ca. 500 Jahren.

Im 19. Jahrhundert hat sich für gewebte Bildteppiche der Name „Gobelin“ eingebürgert.
Er geht auf die in Paris ansässige flämische Familie Gobelin zurück, die als erste derartige Wandbehänge angefertigt haben soll.
Die jahrhundertealte Tradition der Bildweberei blieb auch im 20. Jahrhundert lebendig. Viele namhafte Künstler wie Chagall, Picasso, Kandinsky, Klee entwarfen Bildteppiche.
Henriette Cauquil–Prince, eine große Künstlerin der Teppichwebkunst, setzte diese Entwürfe meisterhaft um. Bei der Bildweberei wird der Schußfaden so in die Kette eingelegt, dass er den Kettfaden überdeckt. Als Vorlage dienen Muster nach freier Zeichnung, die man unter bzw. hinter der Kette befestigt. Da es bei dieser Technik nicht notwendig ist, den Schußfaden von einer Webkante zur anderen zu führen – an jedem Punkt kann er durch einen andersfarbigen ersetzt werden – ist sie besonders gut für bildnerisches Weben geeignet. Während der Kettfaden stabil sein muß, können für den Schußfaden verschiedenste Materialien eingesetzt werden.