FILETSTICKEREI / FILETHÄKELEI
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Fisch- und Wildreusen aus geknoteten Fasern und Gräsern gehören zu den frühesten Erfindungen der Menschheit. Seit Jahrtausenden werden in den Fischerdörfern und Hafenstädten an allen Weltmeeren und Binnenseen, an Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean in immer gleicher Technik die Fangnetze geknüpft. Nur das verwendete Material wurde mit der Zeit verfeinert und verbessert; statt grober Gräser und Fasern wurden schon frühzeitig Garne aus Flachs, Hanf, Seide und Baumwolle verarbeitet.

Schon 2000 Jahre v. Chr. gab es in Ägypten kunstvoll bestickte Haarnetze und zur selben Zeit wurden auch in China und in den Anden – dem heutigen Peru – geknüpfte Netze mit ähnlichen Schmuckstichen bestickt, wie wir sie später in Europa finden. Netze dienten auch als Grund für Perlen- und Federschmuck bei vielen afrikanischen Stämmen.
Im 13. und 14. Jahrhundert, als persische Seidennetze mit Gold und Perlen bestickt in Europa bekannt wurden, übernahmen auch die Klosterwerkstätten diese Technik und knüpften dünne Leinenfäden zu Netzen, die mit feinsten Stopfstichen bestickt wurden. Altardecken und Hungertücher wurden meist aus mehreren kleinen Netzquadraten zusammengefügt. Häufig wurde Netzfilet mit Nadelspitze und Durchbruchstickerei zusammen verarbeitet.
Von den Klöstern über die Fürsten – und Adelshäusern gelangte die Filetnadelarbeit im 16. und 17. Jahrhundert auch in die bürgerlichen Haushalte.
Paradetücher, Hochzeitsbettwäsche und Gardinen wurden mit Filetarbeiten geschmückt. Im Biedermeier kam die Filetarbeit zur vollen Blüte. Die alte Technik der Filet- oder Netzstickerei beinhaltet eine große Anzahl von Füllstichen, die in einen selbst filierten oder gekauften Netzgrund gestickt werden. Das geknüpfte Netz muß vor dem Besticken in einen Rahmen gespannt werden. Als Vorlage dient ein Zählmuster – jede einfarbige Kreuzstich-Stickerei kann in Filetstickerei umgesetzt werden.

 

Filethäkeln
Das Filethäkeln ist eine Nachbildung der Filetarbeit. Dabei werden Grund und Muster in einem Arbeitsgang in hin und hergehenden Reihen oder in Runden gearbeitet. Die Muster entstehen durch gefüllte Kästchen in einem offenen Gittergrund, also durch Licht – und Schattenwirkung.