FILZEN
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Vor ca. 2500 Jahren entwickelten Nomandenvölker des europäisch-asiatischen Nordens das Filzen. Es entstanden sogenannte Jurten (transportable Wohn-stätten), Kleidungsstücke, Gebrauchs- und Kultgegenstände. Außerdem gibt es viele Legenden über die „Erfindung“ des Filzens. Aus einigen Ländern gibt es interessante Funde, z. B. in Südsibirien Filz als Grabbeigaben. Man fertigte zum täglichen Gebrauch Wandverkleidungen, Sitzkissen, Taschen, Decken, Sattelunterlagen, Schuhe, Mäntel und vieles mehr, damals, bis zum heutigen Tag.
Filz entsteht aus Rohwolle, heißem Wasser, Schmierseife und Bewegung. So verbinden sich die losen Fasern der Wolle. Die Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme und Reibung (Filzen und Walken) ist entscheidend für die Festigkeit des entstandenen Filzteiles, egal, welche Technik verwendet wird und wie strapazierfähig das Werk sein muß. Die Rohwolle ist als Vlies, Kardenband und Kammzug erhältlich, gröbere bis superfeine Wolle, naturfarben oder herrlich bunt erschließen ein großes Spektrum an Möglichkeiten, vom Teppich bis zum zarten Halsschmuck.
Als Arbeitsplatz dient ein Tisch oder die Abtropfstelle an der Spüle. Sehr beliebt bei Alt und Jung ist das Filzen im Freien. Gemeinsame Aktivitäten auf Festen sind das ganze Jahr über auf Märkten oder in Kursen möglich.

Als Unterlage dienen z. B. ein Stück Baufolie, Noppenfolie, Frotteehandtuch, für heißes Wasser ein Wasserkocher für kleinere Filzarbeiten, ansonsten bewährt sich ein Einkochtopf. Die Schmierseife wird in der Arbeitsschüssel mit dem heißen Wasser gerührt, mit der Sprühflasche auf der Wolle verteilt. Begonnen wird mit zarten, kreisenden Bewegungen der eingeseiften Hände (Oliven- oder Kernseife), die Fasern fangen an, sich zu verbinden, das Werkstück sollte immer warm bis heiß sein, die Bewegungen werden langsam kräftiger, Ist die Wolle gut verfilzt, kann mit dem Walken begonnen werden. Dafür bietet sich die Rolltechnik an, entweder in einem Frottee- oder Leintuch, ein Bambusrollo leistet auch gute Dienste. Ist die Oberfläche, z. B. eines Bildes schön gestaltet, kann sie anfangs mit einem Fliegengitter abgedeckt werden, damit sich das Muster nicht verschiebt. Dieser Vorgang wird bis zur gewünschten Festigkeit von allen Seiten wiederholt, sodass eine gleichmäßige Schrumpfung passiert. Am Schluß wird das Werkstück ausgespült und in Essigwasser eingelegt, damit die Seife vollständig entfernt wird und die Farben leuchten. Mittlerweile werden viele Bücher und Kurse zu diesem unerschöpflichen Handwerk angeboten und es gibt weltweit immer mehr begeisterte FilzerInnen !