KLÖPPELN
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Es herrscht nach wie vor Unklarheit darüber, wo und wann Spitzen in unserem heutigen Sinn entstanden sind. Vermutlich entstanden die ersten Nadelspitzen im Mittelmeerraum Ende des 15. Jahrhunderts, während man meint, dass der Ursprung der Klöppelspitze in Flandern Anfang des 16. Jahrhunderts zu suchen ist. Die Vorläufer der Spitzen waren einerseits Durchbrucharbeiten, andererseits durchbrochenen Webarbeiten und schließlich Knüpfarbeiten.
Die Klöppelspitze ist ein Gemisch aus flechten und weben. In den einzelnen Gebieten hat sich das Klöppeln unterschiedlich entwickelt. Dies kann man auch an der Form der Klöppelkissen, der Klöppel und Muster feststellen. Die Technik ist jedoch immer die gleiche. Durch „Drehen und Kreuzen“ entstehen die schönsten Arbeiten.
Es gibt Spitzen, die mit durchlaufenden Fäden geklöppelt werden. Dies ergibt eine sehr haltbare Spitze. Werden die Fäden abgeschnitten und bei Bedarf zugefügt, ist die Spitze weniger strapazierfähig.

Zentren der Klöppelspitze waren Flandern, Brabant, der Hennegau, Norditalien (Mailand, Genua), Malta,
die Auverne, Lothringen, das Erzgebirge, Böhmen, Slowenien und verschiedene Gegenden in England und Rußland.
Bis ins 19. Jahrhundert wurde eigentlich überall teils für den eigenen Bedarf, teils als Haupt- oder Nebenerwerb geklöppelt.

Die größte Gefahr erwuchs der Spitze durch die Maschine. Sie ermöglichte die Imitation handgemachter Spitzen, deren Preis so sank, dass einige Spitzenzentren erloschen. Die Löhne der Klöppler-innen wurden so niedrig, dass sie teilweise unter dem Existenzminimum lagen.
Die Jahrhundertwende brachte noch einmal eine Moderichtung, zu der auch Spitzen gehörten. Doch der Erste und Zweite Weltkrieg und die schwierige Nachkriegszeit ließen das Interesse an Spitzen gänzlich verschwinden.
Viele Klöpplerinnen verschlug es nach Westdeutschland, aber auch in die USA. Von dort kam Anfang der 70er Jahre ein neues Verständnis für Spitzen. Die Welle der Spitzenbegeisterung erreichte bald Westeuropa und hat vor einigen Jahren auch die Bundesrepublik erreicht.
Allerdings klöppeln die meisten Frauen heute zu ihrem Vergnügen, nicht zum Broterwerb; denn mit den Preisen, die für handgearbeitete Massenwaren aus Ostasien verlangt werden, kann man hierzulande nicht konkurrieren. Das Bestreben des Dt. Klöppelverbandes ist es, das Interesse an modernen Spitzenentwürfen zu wecken und fördert dies durch interessante Kurse. Nur dadurch, dass die Klöppelspitze mit der Zeit geht, wird sie auch weiter leben.