KREUZSTICH
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Der Kreuzstich, ursprünglich nichts anderes als eine praktische Methode, Tierhäute mit Schnüren aus Leder oder Darm fest miteinander zu verbinden, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer farbenfrohen und überaus dekorativen Handarbeit.
Schon im römischen Altertum wurde der Kreuzstich hoch geschätzt.
Die männlichen Sticker hießen „Phrygiones“, weil diese Kunstfertigkeit in Prygien besonders gepflegt wurde. Im 14. Jahrhundert gab es bereits gewerbliche Zünfte der Sticker. Neben kirchlichem Bedarf erzeugten sie auch Prunkgewänder und kostbaren Hausrat.
In nahezu allen Kulturen findet sich die Kreuzstich-Stickerei in der einen oder anderen Form als Dekoration und Verzierung für Kleidung und für Gebrauchsgegenstände. Die einzelnen Länder oder Regionen entwickelten ihre eigenen, unverwechselbaren Farbkombinationen und Muster und hatten für den Kreuzstich ihre ganz speziellen, vielfältigen Verwendungszwecke. So überwiegen z.B. bei den frühen italienischen Arbeiten die sogenannten negativen Muster, bei denen das Ornament von dem freibleibenden weißen Leinengrund gebildet wird (z.B. Assisi–Stickerei) im Gegensatz zu den Stickereien deutschen Ursprungs mit ihren „positiven“ Mustern: dabei hebt sich die Stickerei als plastisches Ornament vom Gewebe ab.
Schmuckornamente und Borten wurden in der bäuerlichen Volkskunst meistens ein– oder höchsten zweifarbig gestickt.
Mittlerweile gehört der Kreuzstich zu den populärsten Stickereien.
Die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten sind sicher ein Grund dafür, dass immer mehr Handarbeitsfans diese alte Sticktechnik zu ihrem liebsten Hobby machen. Alte Volkskunstmuster bis hin zu den am Computer entworfenen, farblich fein abgestimmten Vorlagen stehen der Stickerin bzw. dem Sticker heute in großer Auswahl zur Verfügung.