WEISSSTICKEREI
alle Techniken
Bei der Weißstickerei entstehen die Formen und Motive nicht durch verschiedene Farben, sondern allein durch die verschiedenen Stickstiche.
Nicht festzulegen ist, seit wann es Weißstickerei gibt - der Anfang war die Befestigung der Gewebekanten. Das Mittelalter war die Blütezeit der Weißstickerei – gestickt wurde auf locker gewebtem und ungebleichtem Leinen.
Die Frauenklöster waren Pflegestätten dieser Kunstfertigkeiten.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Weißstickerei in ganz Europa gepflegt. Unterschiede gab es in den Techniken. In Skandinavien bevorzugte man Hardanger mit Ajourstichen, in Spanien Plattstich mit Lochstickerei (Madeira–Stickerei), in Deutschland und in der Schweiz Ajour-, Langetten- und Knötchenstich und in Ungarn Plattstich mit Hexenstich.

Richelieu–Arbeit
Sie ist eine besondere Art der Weißstickerei und wird auch als Ausschnittstickerei bezeichnet. Entstanden ist sie bereits im 16. Jahrhundert, benannt nach dem französischen Kardinal und Politiker Richelieu, der häufig Kragen und Manschetten mit dieser Stickerei trug. Bei den auf Leinengrund vorgezeichneten Blüten und Blätter werden – vor allem Rosen – mit Langettenstich gestickt und die einzelnen Motive durch Spangen verbunden, die man losgelöst vom Leinengrund herstellt.
Zum Schluß wird der Leinengrund unter den Spangen ausgeschnitten, wodurch eine der interessantesten Leinenstickereien mit dem Charakter der Spitze entsteht.
Zur Weißstickerei zählen auch noch :

Hochstickerei
unterlegt und mit Plattstich überstickt, oft verwendet für Monogramme

Schwälmer Stickerei
benannt nach dem kleinen Landstrich Schwalm in Hessen – umstickte Formen, wie Blüten und Herzen mit durchbruchartigen Füllungen

Tüllstickerei
Durchzugsstickerei aus Frankreich

Mousselinstickerei
Weißstickerei aus Sachsen bzw. Dresden – weist auf feinstem Batist oder Mousselin alle Stickarten von Langettenstich über Stiel-, Platt-, Knötchen- und Kettenstich auf.

Hardanger und Durchbrucharbeiten sowie Ajour