WORKSHOP AUF DER BURG TRAUSNITZ
Mittelalterliche Textiltechniken entdecken
In einem exklusiven Kurs auf der Burg Trausnitz in Landshut entdecken wir mit der
Kuratorin und Textilwissenschaftlerin Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai die Sonderausstellung
„Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“,
bei der auch spätmittelalterliche Kopfbedeckungen eine Rolle spielten: Mit der
Hochzeit kamen die Damen nicht nur sprichwörtlich "unter die Haube".
Anschließend widmen wir uns an einem eindrucksvollen historischen Ort unter Anleitung
der Textilarchäologin Dr. Katrin Kania der Sprangtechnik zur Herstellung von
elastischen Netzgeflechten. Sprang ist die moderne Bezeichnung für eine Flechttechnik,
bei der Fäden in einem Rahmen aufgespannt und dann miteinander verflochten
werden. Das entstehende Textil wächst von oben und unten zur Mitte. Es
ist daher also symmetrisch – oder es ergibt zwei spiegelgleiche Stücke gleichzeitig.
Textilien aus Sprang sind nur selten erhalten, datieren aber von der Frühgeschichte
bis ins späte Mittelalter und die Neuzeit. Spätmittelalterliche Funde stammen
beispielsweise von Schloss Lengberg in Osttirol. Ein Fund von dort war auch Vorbild
für die in der Ausstellung gezeigte rekonstruierte Haube mit Sprangeinsatz.
Der Kurs ist eine Einführung in die Grundtechniken des Sprang: den Aufzug der
Fäden, die Herstellung des Grundgeflechts und die Möglichkeit der Musterung mit
Löchern in verschiedener Größe, sowie Abschlussmöglichkeiten für das Geflecht.
Gearbeitet wird mit Baumwollfäden, Rahmen stehen für die Kursdauer bereit.
zzgl. 5 € Eintritt und 10 € Material
Anreise individuell z.B. mit dem Deutschlandticket bis Landshut oder mit dem
PKW. Parkplätze stehen am Hofgartenparkplatz zur Verfügung (Fußweg zur Burg ca. 800 m)
Bitte Schreibzeug, Schere und Brotzeit mitbringen.