Hier möchten wir Sie gerne mit ein paar der von uns genutzten und in Kursen angebotenen Techniken vertraut machen, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie faszinierend die kreativen Möglichkeiten sind. Weitere Informationen und Anregungen finden Sie auch in unserer Bibliothek.

Diese Seite wird nach und nach befüllt - bleiben Sie neugierig!

Filzen

Häkeln

Perlentaschen häkeln

Perlenhäkeln ist eine über 200 Jahre alte Handarbeitstechnik.
Einen Höhepunkt erlebte die Perlentaschen- und Perlenbeutelindustrie Anfang des 20. Jh. in Deutschland. Von Heimarbeiterinnen wurden große Mengen dieser Taschen erzeugt und ein Großteil davon ging in den Export nach Übersee.
Heute wird diese Technik nur noch von wenigen Perlenhäklerinnen ausgeübt.
Perlentaschen, Geldbeuterl, Theatertaschen in dieser Technik erzeugt, haben einen besonderen Charme und sind exklusive Einzelstücke.

Für diese Handarbeitstechnik benötigt man Häkelgarn, Fädelnadel, Glasperlen(Rocailles), Häkelnadel und eine gezeichnete Mustervorlage.
Aufgrund der Vorlage werden die Perlen in der jeweils passenden Farbe auf das Häkelgarn gefädelt und dann verhäkelt.

Text, Werke, Fotos: Johanna Neudorfer

Knüpfen / Flechten

Margaretenspitze

Die Margaretenspitze ist eine Knüpftechnik, von Margarete NAUMANN kreiert und das 1. Mal 1913 in Dresden vorgestellt. Sie hat in Plauen gelehrt, aber als sie weg gegangen ist, war alles vergessen.
Lotte Heinemann hat vor über 30 Jahren, aus den Schülerinnenarbeiten, die sich im Vogtlandmuseum Plauen befinden, diese Technik wieder belebt und das 1. Buch dazu heraus gegeben.

Man benötigt Häkelgarn, aber auch andere Naturgarne wie Jute, Flachs, Sisal oder Wolle können verwendet werden. Es wird der Rippenknoten geknüpft, man nutzt eine Knüpfunterlage zum Fixieren und arbeitet gut festgesteckt, sehr kreativ, dreidimensional.

Mittels Auflösen und Bündeln kann man die Knüpfrichtung ändern.

Text, Werke, Fotos sowie weitere Informationen: Heike Becker

Nähen - Handnähen

  1. Ajourstickerei
  2. Schwarzstickerei
  3. Blackwork/Schwarzstickerei
  4. Redwork
  5. Crewelwork
  6. Nadelspitze
  7. Hardanger
  8. Freie Stickerei

Ajourstickerei

  1. Ajour, Irmgard Kurz /Maria Wedeking, Landwirtschaftsverlag Münster
  2. Schwarzstickerei, Christine Stettner /Ulrike Clasen, Augustus Verlag
  3. Beginner's guide to Blackwork, Lesley Wilkins, Search Press
  4. Blackwork Embroidery, Margaret Pascoe
  5. Blackwork, Mary Gostelow
  6. Blackwork - Fifty simple embroidery projects, Sonia Lucano
  7. Poesia di uno Stile - Schwarzstickerei - Handbuch, Manuela Alida D'Anna
  8. Idee in Blackwork, Gabriella Antoniazzi u. Bruna Scagnetti
  9. Ricamo D'Arredo - Handbuch für Ajour Füllstiche, Manuela Alida D'Anna
  10. Ajorstickerei I, Gisela Brink
  11. Blackwork, Lesley Barnett
  12. Blackwork Embroidery, Elisabeth Geddes, Moyra McNeill
  13. Blackwork Made Easy, Lesley Wilkins
  14. Gli Antichi - Redwork, Giuliana Buonpadre

Blackwork

  1. Ajour, Irmgard Kurz /Maria Wedeking, Landwirtschaftsverlag Münster
  2. Schwarzstickerei, Christine Stettner /Ulrike Clasen, Augustus Verlag
  3. Beginner's guide to Blackwork, Lesley Wilkins, Search Press
  4. Blackwork Embroidery, Margaret Pascoe
  5. Blackwork, Mary Gostelow
  6. Blackwork - Fifty simple embroidery projects, Sonia Lucano
  7. Poesia di uno Stile - Schwarzstickerei - Handbuch, Manuela Alida D'Anna
  8. Idee in Blackwork, Gabriella Antoniazzi u. Bruna Scagnetti
  9. Ricamo D'Arredo - Handbuch für Ajour Füllstiche, Manuela Alida D'Anna
  10. Ajorstickerei I, Gisela Brink
  11. Blackwork, Lesley Barnett
  12. Blackwork Embroidery, Elisabeth Geddes, Moyra McNeill
  13. Blackwork Made Easy, Lesley Wilkins
  14. Gli Antichi - Redwork, Giuliana Buonpadre

Crewelwork

  1. Ajour, Irmgard Kurz /Maria Wedeking, Landwirtschaftsverlag Münster
  2. Schwarzstickerei, Christine Stettner /Ulrike Clasen, Augustus Verlag
  3. Beginner's guide to Blackwork, Lesley Wilkins, Search Press
  4. Blackwork Embroidery, Margaret Pascoe
  5. Blackwork, Mary Gostelow
  6. Blackwork - Fifty simple embroidery projects, Sonia Lucano
  7. Poesia di uno Stile - Schwarzstickerei - Handbuch, Manuela Alida D'Anna
  8. Idee in Blackwork, Gabriella Antoniazzi u. Bruna Scagnetti
  9. Ricamo D'Arredo - Handbuch für Ajour Füllstiche, Manuela Alida D'Anna
  10. Ajorstickerei I, Gisela Brink
  11. Blackwork, Lesley Barnett
  12. Blackwork Embroidery, Elisabeth Geddes, Moyra McNeill
  13. Blackwork Made Easy, Lesley Wilkins
  14. Gli Antichi - Redwork, Giuliana Buonpadre

Nähen - Maschinennähen

Patchwork

Patchwork ist eine der ältesten textilen Techniken. Sehr frühe Funde (ca. 980 v. Chr.) stammen aus dem Orient und Zentralasien. Bereits im Mittelalter (ab dem 11.Jahrhundert) war Patchwork in Europa verbreitet. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Amerika eine ganz eigene Patchwork-Kultur. Tradition und gemeinsames Arbeiten standen hier im Vordergrund.
Ab etwa 1970 hielt Patchwork als kreative Freizeitbeschäftigung in Deutschland Einzug. In Kombination mit dem Quilten entstand, neben den traditionellen Arbeiten, eine neue textile Kunstform (Art-Quilt).
Patchwork ist eine einfache Nähtechnik. Nach einem traditionellen Muster oder eigenem Entwurf werden die Stoffteile (Baumwolle, Leinen, Seide) zugeschnitten und mit der Nähmaschine oder von Hand zu kleinen Einheiten (Quadrat/ Block) und anschließend zur gepatchten Fläche zusammengenäht. Erst wenn diese Fläche mit Vlies und Rückseite versehen und mit Vorstichen (Steppstichen) gequiltet wurde, spricht man von einem Patchwork-Quilt.

Weitere Informationen zu Patchwork und Quilten, Ausstellungen und Veranstaltungen finden Sie bei der Patchworkgilde.

Text, Werke, Fotos: Gonhild Murmann

Spinnen

Spinnen

Der gesponnene Faden ist der Beginn ...

Das Verdrehen von Fasern zu einem Faden ist eine der ältesten Textil- und Kulturtechniken der Menschheit. Früheste Funde, als Abdrücke auf Keramikscherben, gehen bis auf die Jungsteinzeit zurück.

Die technische Entwicklung des Spinnens ging von der Astgabel über die Handspindel, das Spindelrad bis zum Flügelrad mit Fußantrieb,wie wir es heute kennen.
Die industrielle Fertigung von Garnen begann mit dem Bau der ersten Spinnmaschine 1765 vom Weber James Hargreaves, genannt „Spinning Jenny“.

Waren genutzte Spinnfasern in Europa zunächst Wolle, Flachs und Hanf, kamen mit der Globalisierung Seide, Baumwolle, Nessel und Jute dazu. Heute bestimmen zunehmend Kunstfasern unsere Kleidung.

Das Spinnen mit der Handspindel und am Spinnrad, früher Broterwerb, ist heute ein Hobby, das Entspannung und Zufriedenheit bringt und oft als meditativ bezeichnet wird.

Der Spinnvorgang besteht aus dem Verziehen und Verdrehen der zuvor gereinigten und gekämmten oder kardierten Fasern. Je nach geplantem Projekt und gewähltem Material entstehen dicke, dünne, flauschige, feste oder glänzende Garne für alle textilen Techniken z.B.: Stricken, Sticken, Häkeln, Klöppeln, Weben....

Text, Werke, Fotos: Barbara Samuel

Spitze

Klöppeln

Klöppeln ist eine traditionelle Handarbeitstechnik zur Herstellung von Spitzen. Dabei werden viele Fäden auf Holzspulen, den sogenannten Klöppeln, aufgewickelt und systematisch miteinander verflochten. Als Vorlage dient ein Muster, das auf einem Kissen befestigt ist und mit Nadeln gesteckt wird. Durch das gezielte “ Drehen und Kreuzen“ der Fäden entstehen filigrane, dekorative Muster.

Text, Werke, Fotos: Birgit Walkowiak

Occhi

Occhispitze - auch unter Schiffchenspitze, Frivolité oder Makuk bekannt.

Ihren Ursprung hat diese Technik im alten China und Ägypten.

Bis in die 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Occhispitze sehr beliebt, geriet dann aber etwas in Vergessenheit.

Die Schiffchenspitze ist eine ganz besondere Art der Spitze. Wie schon der Name sagt, werden dafür kleine „Schiffchen“ mit Garn bewickelt. Damit bildet man mit Doppelknoten und Ösen über einen Fadenring kleine „Augen“ (ital. Occhi) die dann zu Spitzen, Schneesternen , Herzchen etc. zusammengefügt werden.

Das Arbeitsmaterial ist nicht sehr aufwendig: 1 – 2 Schiffchen, fest gedrehtes Garn, eine feine Häkelnadel und ein wenig Fingerfertigkeit – mehr ist nicht nötig, um diese bezaubernden Spitzen herzustellen.

Text, Werke, Fotos: Annemarie Pattis

Sticken

Freie Bildstickerei

Die Stickkunst ist von der Antike her ein Stück Kulturgeschichte. Ob im weltlichen Bereich (z.B. der Teppich von Bayeux) oder im kirchlichen Bereich (Teppiche im Kloster Wienhausen), diese bildhaften Darstellungen erzählen Geschichten.

Seit Anfang der 90iger Jahre hat die Münchner Textilkünstlerin Anemone Schneck-Steidl (1934 – 2020) in ihren Kursen in München und Dachau die Leidenschaft für diese Technik bei vielen Stickerinnen geweckt. Die Begeisterung für die Bildstickerei ist ungebrochen.

Eigene Entwürfe oder Inspirationen von Fotos oder Künstlern lassen sich wunderbar in „gestickte“ Bilder umsetzen. Auf straff gespanntem stabilem Stoff (Leinen, Baumwolle oder Seide) wird die Vorlage aufgepaust. Das Stickmaterial ist dem Untergrund anzupassen. Ob Leinen-, Baumwoll- oder Seidengarn, feine Wolle, ob Gold- oder Silberfaden, Perlen – der Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Auch Applikationen mit feinen Stoffen sind möglich.

Es gibt eine Vielfalt an Stickstichen die angewandt werden können. Besonders vielseitig kann der Überfangstich oder Klosterstich verwendet werden.

Hierzu anschauen können Sie sich:

Kirche Namen Jesu in München- Laim – Wandteppiche von Sr. Regine Holzhauser aus Augsburg.

Krankenhauskapelle Krumbach – gestickter Kreuzweg von Anemone Schneck-Steidl.

Bildstickereien sind auch immer bei den Ausstellungen von artTextil zu sehen, schauen Sie sich hierzu in unserer Galerie um.

Text, Werk, Fotos: Annemarie Pattis

Stricken

Lace stricken

Kunst des Lace Strickens
Beim Lace Stricken entstehen durch gezielt eingesetzte kleine oder größere Löcher ornamentale Muster, die an Spitze erinnern und leicht, filigran und dekorativ wirken.
Die Wurzeln des Lace Strickens liegen in der europäischen Spitzenherstellung für die Mode an den Fürstenhöfen im 16. und 17. Jahrhundert. Ursprünglich wurde Spitze vor allem geklöppelt, gestickt oder gehäkelt. Mit der Weiterentwicklung des Strickens entstanden jedoch auch gestrickte Lochmuster, die eine ähnliche Wirkung erzielten, schneller herzustellen und dadurch erschwinglicher waren.
Technisch basiert Lace Stricken auf wenigen grundlegenden Elementen: Die Umschläge, bei denen der Faden um die Nadel gelegt wird, um ein Loch zu erzeugen, sowie Abnahmen, bei denen Maschen zusammengestrickt werden. Die gezielte Anordnung dieser Elemente erzeugt Linien, Blätter, Wellen oder geometrische Formen. Oft entfaltet sich das Muster erst richtig nach der Fertigstellung, wenn das Strickstück leicht angefeuchtet in Form gezogen wird.
Heute wird Lace Stricken für Tücher, Schals, Socken und leichte Sommerkleidung genutzt, aber für dekorative Elemente in Pullovern oder Jacken. Traditionelle Spitzenmotive werden gekonnt kombiniert mit zeitgemäßen Designs und Farben.

Text, Werke, Fotos: Karin Leidl

Fair Isle stricken

Buntes von der Insel – Fair Isle Stricken 

Fair Isle - eine besondere Art des mehrfarbigen Strickens – hat ihren Namen von der kleinen Insel Fair Isle zwischen den Orkney- und den Shetlandinseln. Berühmt wurde das Musterstricken dort im frühen 20. Jahrhundert: Fischer und ihre Familien trugen Pullover mit typischen Mustern, z.B. Kreuzen, rautenförmigen Sechsecken, Ankern, Widderhörnern, Herzen, Farne oder Blumen. All diese Muster spiegeln das Leben und die Umwelt der Insel wider. Als der britische Thronfolger (später Edward VIII.) in den 1920er-Jahren einen solchen Pullover öffentlich trug, verbreitete sich der Stil rasch über Großbritannien hinaus.

Technisch bedeutet Fair Isle: In einer Runde werden zwei Farben gleichzeitig verarbeitet, während die nicht benutzte Farbe als mitgeführter Faden („Float“) locker auf der Rückseite liegt. Dadurch entsteht ein dichtes, warmes Gestrick mit guter Formstabilität. Typisch sind kleine Muster, die sich regelmäßig wiederholen, und klare Farbkontraste, die oft durch eine ruhige Grundfarbe zusammengehalten werden. Viele Strickerinnen und Stricker nutzen zudem die traditionelle „Steek“-Technik, bei der ein rund gestrickter Körper später aufgeschnitten wird, um etwa eine Jacke zu erhalten.

Heute greifen Designer die Motive für moderne Pullover, Westen, Mützen, Handschuhe und sogar Socken auf –traditionell mit Shetlandwolle oder mit glatteren Garnen in kräftigen Trendfarben. Wer Farbverläufe, Passform und Spannung beherrscht, kann aus einfachen Motivreihen beeindruckende, langlebige Lieblingsstücke schaffen – eine Verbindung aus Inselgeschichte, Handwerk und zeitgemäßem Stil.

Text, Werke, Fotos: Karin Leidl

Zöpfe stricken

Zöpfe in allen Variationen
Zopfmuster sind die bekanntesten Strukturmuster beim Stricken: Die Maschen wirken, als würden sie sich wie Seile umeinander winden. Historisch berühmt wurden die warmen Aran-Pullover die in den Fischerfamilien von den irischen Aran-Inseln seit Anfang des 20. Jahrhunderts gestrickt wurden. Ähnliche Flecht- und Drehmotive findet man jedoch in vielen Regionen Europas schon früher – oft inspiriert von Tauwerk, Flechtwerk oder traditionellen Ornamenten.
Technisch entsteht ein Zopf, indem man eine kleine Maschengruppe vorübergehend auf einer Hilfsnadel vor oder hinter das Strickstück legt und eine andere Gruppe zuerst strickt. Dadurch tauschen die Maschen ihre Position – die Arbeit „kreuzt“ sich. Werden die stillgelegten Maschen vor die Arbeit gelegt, kippt der Zopf nach links; liegen sie hinter der Arbeit, kippt er nach rechts. Typisch sind Kreuzungen über 2/2, 3/3 oder 4/4 rechten Maschen auf einem glatt links gestrickten Hintergrund vor dem das Muster plastisch hervortritt.
Verwendet werden Zopfmuster vor allem bei Pullovern, Strickjacken, Mützen, Schals und Sockenbündchen – überall dort, wo ein Stoff nicht nur wärmen, sondern auch gut aussehen soll. Geeignet sind eher glatte, nicht zu fusselige Garne, damit die Linien klar bleiben. Ob als einzelner „Zopfstreifen“ in der Mitte oder als großes Allover-Muster: Zöpfe lassen sich mit Rippen, Patent oder krausen Flächen kombinieren und machen selbst schlichte Formen zu echten Hinguckern.

Text, Werke, Fotos: Karin Leidl

Perlentaschen stricken

Perlenstricken ist eine über 200 Jahre alte Handarbeitstechnik.
Einen Höhepunkt erlebte die Perlentaschen- und Perlenbeutelindustrie Anfang des 20. Jhdt. in Deutschland. Von Heimarbeiterinnen wurden große Mengen dieser Taschen erzeugt und ein Großteil davon ging in den Export nach Übersee.
Heute wird diese Technik nur noch von wenigen Perlenstrickerinnen ausgeübt. Perlentaschen, Geldbeuterl, Theatertaschen in dieser Technik erzeugt, haben einen besonderen Charm und sind exklusive Einzelstücke.

Für diese Handarbeitstechnik benötigt man Häkelgarn, Fädelnadel, Glasperlen(Rocailles), ein Spiel (5 Stk.) Stricknadeln und eine gezeichnete Mustervorlage.
Aufgrund der Vorlage werden die Perlen in der jeweils passenden Farbe auf das Häkelgarn gefädelt und dann verstrickt.

Text, Werke, Fotos: Johanna Neudorfer 

Weben

Brettchenweben

Das Brettchenweben ist eine sehr alte Webtechnik.
In Wehringen bei Augsburg wurden bei Ausgrabungen einer Handwerkersiedlung, die vom
7. - 11. Jahrhundert nachgewiesen ist, Webbrettchen gefunden.
Doch Funde in Asien legen nahe, dass diese Webtechnik schon einige tausend Jahre
älter ist.
Durch quadratische Plättchen =Webbrettchen von 6cm Kantenlänge werden 4 Fäden (Kette)
gezogen. Wenn man die die Webbrettchen aufstellt entsteht das fürs Weben notwendige Fach, in das der Schussfaden eingelegt wird. Nun wird die Webbrettchen eine viertel Umdrehung vor oder zurück gedreht. Dadurch werden die jeweils vier Fäden verdrillt.
Durch verschieden farbige Kettfäden und unterschiedlicher Drehreihenfolge können unzählige
Muster gewebt werden.
So entsteht ein sehr stabiles, individuelles und haltbares Gewebe.
Dieses wird gerne für Borten, Gurtbänder, Taschengriffe, Pferdestricke, Hundeleinen, Hundehalsbänder, Gürtel, Girarrenbänder, Lesezeichen, Schlüsselanhänger verwendet.

Text, Werke, Fotos: Dagmar Schorer

Weben am Webrahmen

Das Weben ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit und seit über 30.000 Jahren nachgewiesen. Antike Gewebe sind zwar nur wenige erhalten, jedoch sind historische Webgeräte, Wandbilder und Grabbeigaben webender Frauen und Männer aus allen Regionen der Welt bekannt.

Traditionelle Handwebrahmen werden in Handwerk, Kunst und Hobby genutzt.

Es gibt viele verschiedene Webtechniken, die im Laufe der Zeit entwickelt wurden. Die Leinwandbindung ist die einfachste und älteste Webtechnik, bei der jeder Schussfaden abwechselnd über und unter jedem Kettfaden verläuft. Die Köperbindung mit ihrem charakteristischen schrägen Muster ist vom Jeansstoff bekannt. Weitere Techniken sind z.B. die Atlasbindung oder die Jacquardweberei.

In der Regel werden Baumwolle, Leinen, Wolle, Seide, Hanf oder synthetische Fasern wie Polyester oder Nylon, aber auch Stoffstreifen, Bast, Draht, Papier, Perlen genutzt … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

Bei artTextil e.V. arbeiten wir in den Kursen in erster Linie mit dem Handwebrahmen des italienischen Webstuhlbauers Matteo Salusso. Der “kleine Italiener“ ist einfach zu handhaben, transportabel und für viele Techniken einsetzbar. Eine Alternativ sind klassische Gatterkammwebrahmen. Beide sind für Anfänger und Profis geeignetes Handwerkszeug.

Text, Werk, Fotos: Karin Leidl

Tapisserie

Tapisserie- Bildwirkerei

Dekorative Wandteppiche zu weben (wirken) ist eine der ältesten Formen der Bildenden Kunst. Sie waren in den frühen Kulturen in Persien, Ägypten, Indien und Griechenland verbreitet, wie auch im vorkolumbianischen Peru und bei den Navajos. In Europa entstanden die ersten Bildteppiche in mittelalterlichen Klöstern. Sie dienten vorerst als Ausschmückung von Kirchen.

Zwischen dem 14. und 17.Jhdt. erfreuten sich Bildteppiche in Herrscherhäusern großer Beliebtheit. Zentren der Bildwebkunst waren Frankreich und Flandern. Erst zu Beginn des 20.Jh erlebte die Tapisserie ihre Wiedergeburt.

In Deutschland war das Bauhaus z.B. mit Guntha Stölzl, Anni Albers bahnbrechend für die moderne Bildwirkerei. Viele namhafte Künstler wie Chagall, Picasso, Kandinsky, Klee entwarfen Bildteppiche. Einige dieser Teppiche konnte man 2020 in der Kunsthalle München bei der Ausstellung “FÄDEN DER MODERNE“ bewundern.

Es kann an einem Webstuhl oder einem Webrahmen gearbeitet werden. Dieser wird mit einer stabilen Kette bespannt. Zwar ist der Kettfaden nach dem Wirken nicht mehr sichtbar, aber er „trägt“ das Bild. Der Entwurf (Karton) in der gewünschten Größe wird hinter die Kettfäden verbracht und dient als Anhaltspunkt für Linien, Flächen und Schraffuren.

Als Webmaterial können die verschiedensten Garne verwendet werden. Wolle, Leinen, Seide, Baumwolle, Effektgarne, Gold- und Silberfäden u.v.m.

Text, Werk, Fotos: Annemarie Pattis

Weitere Techniken mit textilem Bezug

Knöpfe wickeln

Posamentenknöpfe sind dekorative Knöpfe, die aus Textilmaterialien wie Seide, Baumwolle oder Metallfäden gefertigt werden. Sie entstehen durch das kunstvolle Umwickeln, Flechten oder Knoten von Fäden um eine Holzscheibe. Häufig werden sie in der Trachten- und Uniformmode verwendet und dienen als Verschluss an Taschen, oder auch zur Zierde an Bekleidung, oder als Sammelobjekt.

Zwirnknöpfe sind Knöpfe, wobei Garn kunstvoll um einen Ring oder eine Form gewickelt und gestickt wird. Sie wurden früher häufig in Handarbeit gefertigt und waren besonders im 18. und 19. Jahrhundert verbreitet. Heute sind sie dekorative Elemente und werden oft in traditioneller oder historischer Kleidung verwendet, oder auch als Sammelobjekt.

Text, Werke, Fotos: Bigit Walkowiak